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ORTHODOXE CHRISTEN VERSTEHEN: Wie es zu dieser Anleitung gekommen ist |
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Fast alle Mitglieder unserer Gemeinde leben in griechisch-orthodoxen Familien und begegnen der orthodoxen Kirche im Alltag auf vielfältige Weise. Doch erweist es sich oft als gar nicht so einfach herauszufinden, was sich als Sinn hinter dem Verhalten der Gläubigen verbirgt und was einzelne gottesdienstliche Handlungen bedeuten. Die orthodoxe Frömmigkeit lebt ja davon, daß Kinder von klein auf in diese Bräuche und liturgischen Handlungen hineinwachsen. Was orthodoxen Christen selbstverständlich erscheint, ist Christen aus westlichen Traditionen oft fremd und kaum nachvollziehbar. Doch vieles läßt sich erklären, und gar nicht selten entwickelt sich Sympathie für die Weise, wie unsere "fremden Geschwister" den christlichen Glauben leben. Manchmal spüren westliche Christen auch eine gewissen Abwehr besonders im Verhalten einiger orthodoxer Geistlicher, Mönche und Nonnen. Dann tut es gut, sich daran zu erinnern, daß die westliche Kirche im Verlauf der Jahrhunderte die östliche tief verletzt hat, und daß alte Narben heute noch schmerzen können. Da unsere Gemeinde weitgehend aus hier verheirateten Frauen besteht, ergibt sich natürlich auch die Frage, welche Stellung Frauen in der orthodoxen Kirche haben – stellt sie sich doch zunächst einmal als reine Männerhierarchie dar. So habe ich als Pfarrerin unserer Gemeinde versucht, drei Jahre lang in regelmäßigen Beiträgen für den Gemeindebrief solche Fragen und Themen anzusprechen. Das Interesse daran war recht lebhaft, und es entstand aus der Gemeinde heraus der Wunsch, diese Beiträge gesammelt einem größeren Leserkreis zugänglich zu machen. Die Feier zum zehnjährigen Bestehen unseres Ökumenischen Begegnungszentrums in Rhodos schien mir ein passender Anlaß, diesen Wunsch zu erfüllen. Ich widme diese kleine Arbeit meinem verstorbenen Doktorvater Professor Nikos Nissiotis, der in Athen und Genf gelehrt hat. Rhodos, den 16. Mai 2003 Christine Friebe-Baron |
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