Grußtext Gemeindeblatt 01/10
Christus spricht:
"Euer Herz erschrecke nicht!
Glaubt an Gott und
glaubt an mich".

Johannes 14,1


Ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Geleit für das Neue Jahr!
Dieses Bibelwort haben die Kirchen als Leitwort über das Jahr 2010 gestellt.
Vieles kann Menschen unserer Tage in Angst und Schrecken versetzen: Die Folgen der Bankenkrise sind noch kaum überwunden. Was mag uns das neue Jahr da bringen? Nachrichten über Zeichen des Klimawandels erschrecken viele.
Aber auch persönlich mag es Erschreckendes geben: Krankheiten, familiäre Konflikte…. Das Ungewisse weckt Angst. Wir fühlen uns irgendwie in die Enge getrieben; wir können nicht den Weg sehen, nicht in die Weite blicken. Doch da dürfen wir die Stimme Christi hören:
Euer Herz erschrecke nicht!
Wie oben das Foto, die Aussicht vom Kreuz auf Filerimos ins weite Land den fernen Horizont sehen lässt, so können wir vertrauen: Gott sieht mehr, sieht weiter als wir.
Ich kann Christus vertrauen, denn er hat selbst das Dunkel des Todes durchschritten und besiegt. Mit Jesus an der Seite können wir dem Angstmachenden in die Augen schauen, es vor ihm aussprechen. Wir brauchen uns durch nichts dauerhaft einschüchtern zu lassen, weil Christus an unserer Seite ist. Er spricht wie ein Vater seinen Kindern Mut zu. Wenn sie selber die Situation nicht überblicken, finden sie dadurch Kraft.
So können wir trotz allem, was an Erschreckendem auf uns zukommen mag, getrost in die Zukunft gehen, sie gestalten und Hoffnung behalten! So grüßen Sie, auch im Namen des Vorstandes,
Ihre Elisabeth und Michael Erben
Grußtext Gemeindeblatt 04/09
"Die auf den Herren harren, bekommen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln, wie Adler, dass sie laufen und nicht müde werden."
Mit diesem Wort aus dem Jesajabuch 40,31 möchte ich als neuer Pastor alle Besucher unserer Website herzlich grüßen. Seit dem 30. August sind meine Frau Elisabeth und ich, Michael Erben, nun offiziell im Gottesdienst in die Gemeinde eingeführt.
Wir wurden sehr herzlich empfangen. Beim Büfett nach dem Gottesdienst, das reichhaltig und sehr schön war, konnten wir gleich einige von Euch kennen lernen.
Wir freuen uns hier zu sein und 10 Monate lang mit der Gemeinde leben zu können. Sicher werden wir mit vielen von Euch ins Gespräch kommen. Wir sind gespannt auf Eure Erfahrungen und Gedanken.
Auch wenn wir vor der Abreise manchmal etwas unsicher waren: Ist die Entscheidung, noch einmal zu einem Auslandsdienst aufzubrechen, richtig? Werden wir den neuen Anforderungen gewachsen sein? Der Blick auf Gott und seine Verheißung gab und gibt Kraft und Mut. Auch wenn das Wort „harren“, das die gute Nachricht mit „vertrauen“ wiedergibt, heute ungebräuchlich ist, habe ich mich als Überschrift doch für diese alte Lutherübersetzung entschieden. Denn „harren“ erinnert daran, dass es im Hoffen und Vertrauen auf Gott auch Durststrecken gibt, Zeiten, wo wir uns manchmal mutlos fühlen. Gerade die starken Vertrauensbilder, wie dieses Wort von den Flügeln des Adlers, wollen uns ja auch in menschlichen Krisen und Tiefen abholen. Mir erscheint der Adler dabei als ein sehr interessantes, mehrschichtiges Symbol. Einerseits ist der Adler in vielen politischen Wappen ein Symbol für Macht, ein Bild für das Vertrauen von Menschen auf eigene Stärke und Durchsetzungskraft. Der Adlerkopf mit Raubtier-Schnabel und scharfen Krallen hat sehr bedrohliche Züge. Durch das Setzen auf menschliche Stärke und Macht wurden viele zu Opfern gemacht nach der Devise: "Dem Starken gehört das Recht!" Doch Gott gibt uns mit dem Bild von den "Flügeln des Adlers" ein entgegengesetztes Bild. Gerade Schwachen und Unterdrückten gibt das Symbol von den Flügeln des Adlers Mut. Auch die dürfen aufatmen und neue Schritte wagen, die sich unter den üblichen Forderungen nach Leistung, Kraft und Stärke unterlegen fühlen. Denn der Adler mit seinem Kopf und scharfen Krallen ist klein gegenüber der ungeheuren Weite seiner Flügel. Fast bis zu drei Metern kann die Spannweite der Flügel des Adlers betragen. Diese Flügel tragen den Vogel hoch in die Lüfte und über Abgründe.
Die Jungtiere finden auf den Adlerfittichen Platz und werden von den Flügeln der Mutter aufgefangen, wenn sie selber nicht weiter können. Über schwindelnde Höhen hinweg werden sie so von dem Adler getragen. Wenn wir nicht weiter wissen, gibt der Glaube uns gleichsam solche Flügel. Wo wir zweifeln, wir uns müde und matt fühlen, will Gott uns über die Abgründe des Lebens tragen. Im Gebet, im Hören auf Gottes Wort und im Miteinander der Gemeinde können wir die Kraft spüren, von der das Bibelwort spricht.
Dieses Wort aus Jesaja 40 spiegelt für mich auch ein Stück der Erfahrung wieder, die wir als Kirche in den Jahren der DDR und bei der Wende erleben durften. Denn die Mächtigen in der DDR ließen uns eigentlich fühlen: Kirche und Glaube sind ein Relikt aus vergangener Zeit. Andere haben jetzt das Sagen. Manchmal dachten wir: Wie soll es mit der Gemeinde weiter gehen? Dann aber durften die bescheidenen Friedensgebete und kleinen Gemeindegruppen Ferment und tragende Kraft werden für die friedliche Revolution, die ja vor 20 Jahren zur Einheit Deutschlands führte. So möchten wir mit diesem Bibelwort Euch herzlich grüßen, die Ihr mit dem Ökumenischen Begegnungszentrum auf Rhodos Kontakt habt.
Eure Elisabeth und Michael Erben

Grußtext Gemeindeblatt 03/09
Ihr Lieben,
nun ist es also wieder so weit: Wir müssen Abschied nehmen. Eigentlich habt Ihr alle ja schon große Übung darin. Wie viele Pfarrersleute und Gemeindemitarbeiterinnen habt Ihr nicht schon verabschiedet. Befreundete Urlauber kommen, nehmen am Gemeindeleben teil und gehen dann auch wieder, und manchmal zieht jemand aus der Gemeinde mit oder ohne Familie ganz nach Deutschland zurück. Sie alle hinterlassen eine Lücke.
Aber wir brauchen keine Angst zu haben: Die Verbindung bleibt. Selbst in der Alten Welt der Apostelgeschichte, in der Entfernung eine ganz andere Rolle spielte als heute, blieben Menschen miteinander in Verbindung – so haben wir es im Winter im Bibelkreis ausführlich gelesen. Über alle Grenzen und Entfernungen hinweg wusste man sich im Glauben vereint.
Auch reisten Boten mit Briefen und Grüßen hin und her; Briefe wurden weiter gereicht und Nachrichten ausgetauscht. Das Netz gegenseitiger Anteilnahme war gut und sicher gespannt.
Heute hat sich dieses Netz noch verdichtet. Wir werden uns nicht aus den Augen verlieren. Wir werden uns gegenseitig nie gleichgültig werden. Das Stück Weges, das wir miteinander gegangen sind, hat uns verbunden! Wir sind vertraut geworden miteinander und können es bleiben. Anteil nehmen und geben ist auch möglich über große Entfernungen hinweg. Und nach dem Abschied wird sich der Horizont weiter öffnen. Mit einer neuen Begrüßung wird aufs Neue dieser faszinierende Vorgang beginnen: Menschen lernen einander kennen und werden miteinander vertraut.
Wir danken Euch, dass wir bei Euch und mit Euch leben durften! Wir wünschen Euch und allen Gästen und Freunden unserer Gemeinde eine gute, gesegnete Sommerzeit und grüßen Euch herzlich

Eure Christine und Joachim

Grußtext Gemeindeblatt 02/09
Ihr Lieben,

"Ich gebe dir zehn Euro, wenn du mir sagen kannst, wo Gott ist", meinte Peter selbstsicher. "Und ich gebe dir zwanzig Euro, wenn du mir sagen kannst, wo Gott nicht ist", parierte Anna.

Ja: Zum Glauben an Gott gehört es dazu, sich Gott als "allgegenwärtig" vorzustellen. Gott wäre nicht Gott, wenn er, wie eine Gestalt mit einem festen Umriss, irgendwo Grenzen hätte, irgendwo "zu Ende" wäre. Wir finden es ja auch selbstverständlich, dass Gott im selben Augenblick unsere eigenen Gefühle und Gedanken ebenso wahrnimmt wie die Gefühle und Gedanken aller Lebewesen rund um den Erdball. Wo auch immer ich mich aufhalte, darf ich zu Gott sagen: "Von allen Seiten umgibst du mich".
(Psalm 139,5)
Auf der Suche nach menschlichen Worten und Bildern, mit denen wir der unbegreiflichen Allgegenwart Gottes ein wenig näher kommen, spricht die Bibel gern vom Atem, vom Lebenshauch Gottes. Das griechische Wort dafür, Ihr kennt es alle, ist "Πνεύμα" das deutsche "Geist".     "Gott ist Geist", sagte Jesus zu Nikodemus. Ein Fest der Erkenntnis, dass Gott Geist ist, so könnte man das Pfingstfest nennen. Von "Göttlichem Geist" erfüllt erlebten sich damals die Jüngerinnen und Jünger Jesu. Sie erlebten, dass Gott nicht nur außerhalb von ihnen ist, nicht nur "oben", sondern dass sie selbst bis ins Innerste ihres Wesens hinein von Gott erfüllt sind.
Und sie erlebten, dass Gott ihnen Mut macht, dass Gott ihnen vieles zutraut und ihnen dabei hilft, entsprechend zu leben. Es ist sicher hilfreich für unser Nachdenken über Gott, und es belebt unseren Glauben, wenn wir uns immer neu klarmachen: Gott ist allgegenwärtig, Gott erfüllt auch mich selbst ganz und gar. Gott macht nicht Halt vor meiner Haut und vor meinen Gedanken und Gefühlen. Gott lebt auch in mir. Auch ich lebe in Gott.

Wir wünschen Euch eine gesegnete Passions- und Osterzeit und ein frohes, zuversichtliches Herz durch den Glauben, dass Gottes Geist uns erfüllt!

Eure Christine und Joachim

Grußtext Gemeindeblatt 01/09


Ihr Lieben,
Talitha kumi - Mädchen, steh auf! Das Markus-Evangelium berichtet, Jesus habe mit diesen Worten ein lebloses Kind ins Leben zurückgerufen.
Talitha kumi - Mädchen, steh auf! Diesen Namen gab sich vor hundertfünfzig Jahren eine evangelische Mädchenschule in Beit Jala bei Bethlehem. Heute lernen dort 850 christliche und muslimische Jungen und Mädchen gemeinsam und leben ein friedliches Miteinander vor.
Die Schule, der unsere Sonntagskollekte vom 18. Januar zukommen wird, liegt in der militärisch abgeriegelten Palästinenserzone um Bethlehem. Viele Kinder sind schwer traumatisiert durch das tägliche Erleben von Hass und Gewalt. Die Elterm sind meist arbeitslos, es herrscht viel Not.
Dennoch: Mit ihrem Logo - eine weiße Taube mit Ölzweig vor einer zerspaltenen und stacheligen Welt - beteuert die Schule: Trotz aller Gewalt und Not bemühen wir uns um Versöhnung und Frieden. Wir vertrauen darauf, dass Gott Gutes mit uns Menschen im Sinn hat, und dass er uns Kraft und Mittel geben wird, um daran mitzuarbeiten.

Talitha kumi - Mädchen, steh auf! Das leblose Kind - es könnte ein Bild sein für unser schwaches Vertrauen auf Gottes Kraft. Doch wir können uns, wie es Schüler und Lehrer in Bethlehem tun, immer wieder anspornen lassen von dem Versprechen Jesu: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich. (Lukas 18,27)
Das ist die Losung für das kommende Jahr.
Von Herzen wünschen wir euch allen und uns selbst, dass durch eine solche Er-mutigung unsere Zuversicht auf Gottes Beistand wieder richtig lebendig wird, dazu, auch im Namen des Kirchenvorstands, ein frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes Neues Jahr.
Eure Christine und Joachim
Grußtext Gemeindeblatt 04/08
Mein Herz, Gott, ist nicht hochmütig,
und meine Augen schauen nicht nach Ruhm und Reichtum aus.
Ich gehe nicht mit großen Plänen um,
träum' nicht von Dingen, die mir unerreichbar sind.
Ruhig ist und still meine Seele.
Ich lehrte meinem Herzen Frieden.
Wie ein gestilltes Kind auf seiner Mutter Schoß,
so ruht in mir meine Seele.
Verlass' dich, Israel, auf Gott. Er ist dir nahe,
heute und alle Tage und für ewige Zeiten.
Amen.
(Psalm 131)
Ihr Lieben,
manchmal seufzt ein Mensch und fragt sich, ob sich all seine Mühe denn gelohnt hat. Was habe ich erreicht? Ich bin müde und ausgelaugt. Bin ich überhaupt auf dem richtigen Weg? Hätte ich nicht besser dies und jenes tun sollen? Wo sind meine Ziele geblieben, wo meine Träume? Wofür werden meine Kräfte überhaupt noch ausreichen? Ach Gott!
Wirklich, ach Gott! Beten wäre jetzt vielleicht gut. Ob es helfen würde? Ich weiß ja gar nicht, worum ich beten soll. Ich finde keine rechten Worte.
Und wenn ich mir einmal Worte leihen würde, mit denen andere gebetet haben? Uralte Gebete wie zum Beispiel diesen Psalm? Wie viele Menschen mögen ihn seit Jahrtausenden gebetet, geflüstert, gesungen haben.
Vielleicht machen auch mich diese Worte ruhig. Vielleicht greifen sie meine Müdigkeit auf und verwandeln sie in Gelassenheit. Ich lasse sie in mir wirken. Ob ich etwas spüre von der Geborgenheit in Gottes Schoß, und mein Herz still wird.

Herzlich grüßen Euch
Christine und Joachim