Evangelische Kirche
deutscher Sprache in Griechenland
ÖKUMENISCHES
BEGEGNUNGSZENTRUM RHODOS
Papalouka 27 85100 Rhodos Tel: 22410-75885
Rotunde am Mandrakihafen
Jahreslosung 2026
„Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5)
Alles neu– das klingt wie ein Traum in einer Zeit, in der so vieles zerbricht: Kriege, Klimakrise, Spaltungen, Misstrauen, Erschöpfung. Viele fragen sich: Was kann da überhaupt noch neu werden? Wir lesen hier von einer erstaunlichen Zusage. Siehe, ich mache alles neu. Sie ist das Herzstück biblischer Hoffnung.
Gott bleibt nicht Zuschauer des Alten, Zerbrochenen und Verlorenen. Wenn er spricht, geschieht Neues – denn sein Wort hat schöpferische Kraft. Die Offenbarung des Johannes entstand in dunklen Zeiten. Sie richtet sich an Menschen, die Bedrohung und Verfolgung erlebten und kaum noch Hoffnung hatten. Ihnen sagt Gott – und auch uns: Das letzte Wort über dein Leben, über diese Welt, ist nicht Leid, nicht Tod, nicht Untergang. Das letzte Wort gehört Gott – und dieses Wort heißt: Ich mache alles neu.
Doch neu bedeutet nicht: Weg mit allem Alten. Das Neue wächst aus dem Alten. Wenn Gott neu macht, verwandelt er. Wie ein Gärtner, der trockene Äste beschneidet, damit Neues treiben kann. Wie der Morgen, der nach einer langen Nacht anbricht. Diese Verwandlung geschieht schon jetzt – wo Menschen vergeben, wo Beziehungen heil werden, wo Hoffnung aufblüht. Jeder Akt der Liebe, jedes mutige Gebet, jede Geste des Friedens trägt etwas von diesem Neuen in die Welt .
Dazu braucht es Vertrauen. Es wächst, wo wir miteinander im Gespräch bleiben, wo wir Freundschaft und Gemeinschaft pflegen und einander stärken und stützen.
Die Verheißung bleibt offen: Vollendet wird das Neue erst, wenn Gott selbst bei den Menschen wohnt, wenn Tod und Tränen vergangen sind. Bis dahin leben wir aus der Hoffnung, dass Gott schon heute beginnt, alles neu zu machen – in uns, in unseren Gemeinden, in dieser Welt.
Siehe – also genau hinschauen, wahrnehmen, was passiert. Und sich die Augen öffnen lassen, jetzt, 2026 – für das Neue, das geschieht, indem wir Gott unter uns wohnen lassen. Mitten unter uns.
Ein gesegnetes Jahr 2026! Eure Pfarrerin Claudia Panhorst-Abesser
Feierliche Einführung von Pfarrerin Claudia Panhorst
Am 14. September durften wir in einer festlichen Zeremonie die Einführung von Claudia Panhorst in den Pfarrdienst unserer Gemeinde begehen. Ein Teil unseres Vorstandes übernahm dabei den traditionellen Ablauf dieser besonderen Feier.
Auf die entscheidende Frage, ob sie bereit sei, den Dienst in unserer Gemeinde zu übernehmen, antwortete Claudia klar und voller Vertrauen:
„Ja, mit Gottes Hilfe!“
Auch die Gemeinde wurde gefragt, ob sie Claudia Panhorst als ihre Pfarrerin annehmen wolle. Gemeinsam erklangen die Stimmen der Anwesenden in der Antwort:
„Ja, mit Gottes Hilfe!“
Mit diesen beidseitigen Erklärungen war der Weg frei, und Claudia Panhorst wurde offiziell in ihr Amt als Pfarrerin der Evangelischen Gemeinde deutscher Sprache auf Rhodos eingeführt.
Besonders bewegend war der Moment, als Sabine, Sofia und Manuela in großer Anteilnahme den Segen über Claudia und ihren künftigen Dienst und zugleich über alle Menschen sprachen, die ihr nun anvertraut sind.
Im Anschluss an den feierlichen Einführungsgottesdienst fanden wir uns in vertrauter Runde zu einem kleinen Kuchenbuffet zusammen. Bei guten Gesprächen und herzlicher Gemeinschaft hieß die Gemeinde Claudia Panhorst noch einmal sehr herzlich willkommen!
Manuela Wroblewsky
Die Botschaft des Heiligen Martins
Teilen macht die Welt menschlicher.
Martin erkennt in einem frierenden Bettler einen Mitmenschen in Not und teilt spontan seinen Mantel mit ihm – ohne zu fragen, wer er ist oder ob er „es verdient“. Aus dieser einfachen Geste wurde ein Symbol für Nächstenliebe, Mitgefühl und gelebte Hilfsbereitschaft.
Selbst kleine Taten können Großes bewirken. Echte Menschlichkeit beginnt dort, wo wir einander in unserer Not begegnen.
Text: Manuela Wroblewsky
Fotos: Sofia Papaioannou
Ein Abend zum christlich-jüdischen Dialog:
Viele interessierte Gemeindemitglieder kamen am Freitag, 24.10. zusammen, um den Vortrag von Prof. Dr. Ursula Rudnick zu hören und mit ihr ins Gespräch zu kommen. Die Referentin, Beauftragte für den christlich-jüdischen Dialog in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, beleuchtete unter dem Thema „Schwestern im Streit?“ das wechselvolle Verhältnis zwischen Christentum und Judentum – eine Beziehung, die von gemeinsamen Wurzeln ebenso geprägt ist wie von schmerzhaften Konflikten.
Sie erinnerte daran, dass das Christentum dem Judentum seine Existenz und viel von seiner Identität verdankt. Jesus ist als Jude tief in der jüdischen Tradition verwurzelt. Die Bibel wäre ohne das Erste Testament nicht denkbar.
Der zweite Teil zeigte die dunklen Kapitel dieser Beziehung: Über Jahrhunderte war das Verhältnis von Abgrenzung, Diffamierung und Gewalt geprägt. Die Vorstellung, die Kirche habe das Judentum „abgelöst“, führte zu theologischer Überheblichkeit und mündete in jahrhundertelanger Verfolgung.
Ein Wendepunkt kam nach der Schoah. Seit den 1950er Jahren hat ein tiefgreifender Paradigmenwechsel eingesetzt: Die Kirchen bekennen ihre Schuld, erkennen die bleibende Erwählung Israels an und lösen sich von antijüdischen Denkstrukturen. Theologisch bedeutet dies ein neues Verständnis – nicht Konkurrenz, sondern gemeinsame Berufung im Glauben an den einen Gott.
Der Kampf gegen Antisemitismus bleibt als gesellschaftspolitische Herausforderung eine zentrale Aufgabe der Kirchen. Dabei gehe es auch darum, differenziert auf aktuelle Konflikte, wie dem Krieg in Gaza, zu reagieren – ohne alte Vorurteile neu zu beleben.
U. Rudnick schloss mit der Einladung, den christlich-jüdischen Dialog als dauerhafte Aufgabe zu begreifen: Er fordere Offenheit und den Willen, gemeinsam für Frieden, Gerechtigkeit und Menschenwürde einzutreten.
Die Gemeinde dankt Ursula Rudnick herzlich für ihren eindrucksvollen Vortrag und die Impulse, die zum Weiterdenken anregen.
Claudia Panhorst-Abesser
Singwoche 2025
„Das Einzige, was besser als singen ist, ist noch mehr zu singen“, so hat es jemand einmal gesagt.
Genau das haben wir getan, als wir bei der diesjährigen Singwoche beieinander waren. Wir haben gesungen, fast den ganzen Tag. Mancher „Ohrwurm“ begleitet mich noch immer. Was für eine wunderbare Zeit! Vielen herzlichen Dank Euch in der Gemeinde auf Rhodos und vielen herzlichen Dank an Heinz-Hermann, der dabei auf die richtigen Töne achtete!
Und natürlich : „Singen macht Spaß, Singen tut gut, ja Singen macht munter und Singen macht Mut“!
Die Singwoche, die es nun schon so viele Jahre in der Gemeinde gibt, war in diesem Jahr für mich – und ich glaube – für alle Teilnehmenden ein besonderes Fest. Angereist aus Athen , Kreta , Drama und aus Deutschland oder auf Rhodos wohnend, waren wir eine fröhliche Runde. Die neuen und die alten Lieder drücken dabei nicht nur etwas von unserem Glauben aus, sie bestärken vielmehr unser eigenes Vertrauen in Gottes gutes Geleit. „ Gott, du bist der Urgrund im Wandel der Zeiten, du, bleib in unserer Mitte, Christus, verlass uns nicht. Ein feste Burg bist du, unser Gott ..“
„Wer singt , betet doppelt“. Das haben wir dann auch im schönen Kloster Panormitis auf der Insel Symi getan. Ein eindrucksvoller Ausflug mit einer erfrischenden und interessanten Schifffahrt hat uns auf dieses kleine Eiland geführt.
Jede und jeder von uns Teilnehmern hat sicher seine eigenen besonderen Erinnerungen an die Zeit. Ein besonderer Dank geht noch einmal an Heinz-Herrmann, der nun in seinen wohlverdienten Ruhestand geht und an die Gemeinde in Rhodos für alle Vorbereitung und Mühe für die Singwoche, die auch in diesem Jahr mit einem schönen Abschlussessen im Restaurant „Olympias“ sein Ende fand.
Anne Zimdahl
Singwoche 2026—Ausblick
Die Singwoche wird fortgesetzt! Bitte, merkt euch den Termin schon mal vor: 26. 10. – 01. 11. 2026.
Kirchenmusiker Franz Spenn aus Südschweden wird im nächsten Jahr die Singwoche Rhodos leiten, darüber freuen wir uns sehr!
Maria Volanakis
Fotos: Dorle Simon-Zeiske / Manuela Wroblewsky
Kaffee und Mehr
Taizé-Andacht am 30.01.2026 um 18 Uhr
Auf mehrfachen Wunsch feiern wir am Freitag, 30. 01.2026 um 18 Uhr wieder eine Taizé- Andacht.
Wir laden Euch herzlich ein!
Claudia Panhorst-Abesser
Kinder-Treff im ökumenischen Gemeindezentrum
Leider musste der Verein für deutschsprachige Bildung zum Ende des vergangenen Schuljahres seine Türen schließen.
Umso größer ist die Freude, dass uns die Gemeinde nun die Räumlichkeiten für einen Kinder-Treff zur Verfügung stellt.
Damit haben wir wieder einen Ort, an dem deutschsprachige Kinder unter Gleichgesinnten basteln, Theater spielen, singen und deutsche Traditionen und Bräuche kennenlernen und ausüben können.
Der Kinder-Treff bietet nicht nur Raum für gemeinsames Erleben und Kreativität, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, die „andere“ Muttersprache aktiv zu sprechen und den deutschen Wortschatz spielerisch zu erweitern.
Gestartet sind wir bereits wunderbar mit dem Laternenbasteln und unserem alljährlichen Martinslauf, der für viele leuchtende Augen und fröhliche Gesichter gesorgt hat.
Wir freuen uns in diesem Jahr noch besonders auf die Proben für das Krippenspiel und einige gemütliche Samstagnachmittage, an denen wir gemeinsam kreativ werden und die Gemeinschaft genießen können.
Willkommen sind alle – Groß und Klein!
Wir freuen uns über jedes fröhliche Gesicht, das unseren Kinder-Treff bereichert.
Nele Peiffer / Katja Haentschel
Fotos: freepik/Sofia Papaiouannou
Jahreswechsel
Einige Jahre lang verbrachte ich die Tage nach dem Jahreswechsel mit Freunden an der Mecklenburgischen Seenplatte. Am Neujahrsmorgen ging es los, das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker begleitete uns auf der Fahrt – jedes Jahr. Sie hatten vorher den Weihnachtsbaum abgeschmückt, damit das Haus bei der Rückkehr aufgeräumt war. Ich hingegen ließ den Baum im Wohnzimmer stehen, um beim Nachhause kommen für einen Moment nochmal die Atmosphäre der vergangenen Feiertage zu genießen. Aber am nächsten Tag war klar: Der Baum muss raus! Und wenn das erledigt war, zog eine wohltuende Frische ein. Der Raum wirkte heller, größer – die ersten Tulpen kamen auf den Tisch. Das neue Jahr hatte begonnen!
Jahreswechsel – ein merkwürdiger Begriff. Normalerweise wechseln wir Kleider, Versicherungen oder auch den Energielieferanten. Ein alter Vertrag wird gekündigt, ein neuer abgeschlossen. Vom alten Jahr ins neue Jahr wechselt außer dem Kalender eigentlich nichts. Dennoch verbinden wir mit dem Jahreswechsel das Gefühl von Neubeginn: Neues Jahr, neues Glück. Es ist ein Moment, der Hoffnung macht und uns bestärkt, dass wir etwas ändern oder etwas Neues beginnen können.
Wunderbar, dass der Jahreswechsel in den Weihnachtskreis fällt – in die Freude über das Kommen Gottes in diese Welt. Denn das ist es, was den „Wechsel“ ins neue Jahr in erster Linie bestimmt: das Licht, das in die Dunkelheit der Welt gekommen ist. Die Freude darüber klingt in unseren Gottesdiensten, in den biblischen Texten und in den Liedern an, die das Wunder der Geburt Jesu feiern. Der Jahreswechsel ist eingebunden in den Rhythmus des Kirchenjahres, das mit der Sehnsucht des Advents beginnt. Der Stern von Bethlehem leuchtet und wird in der Feier von Epiphanias, wenn die Sternsinger ihre Lieder singen, noch heller. Es ist das Licht, das auch in dunklen Zeiten nicht verlischt – weil Gott selbst das Licht ist.
Wir feiern das Licht. Und wir stehen im Licht. Es leitet uns zuversichtlich in das neue Jahr.
Claudia Panhorst-Abesser
Aus dem Förderverein des Ökumenischen Begegnungszentrums
Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer unserer Gemeinde! Ein buntes Jahr mit vielen Eindrücken liegt hinter uns. Der Dezember bringt noch viele beschauliche und festliche Tage. Wir lassen uns beim Krippenspiel der Kinder am Sa, 20.12.25 in die Weihnachtsgeschichte entführen. Unser Weihnachtsliedersingen wird dieses Jahr im Rahmen des Triti Treffs – also mit Frühstück – am Di, 30.12.25 stattfinden. Dann kann das Jahr 2026 mit tollen Themen beginnnen !
Unsere finanzielle Situation stellt uns seit einiger Zeit vor Her- ausforderungen. Schon seit einigen Jahren sind die notwendigen Ausgaben höher als unsere regelmäßigen Einnahmen. Laut unserer Satzung sollten die laufenden Kosten unseres Gemeindelebens durch Mitgliedsbeiträge, freiwillige Beiträge und Spenden sowie mögliche Zuschüsse und Schenkungen getragen werden.In den ersten Jahren unseres Bestehens haben wir von Zuschüssen profitiert – heute stehen uns solche Mittel leider nicht mehr zur Verfügung. Auch Schenkungen oder Vermächtnisse sind sehr selten. Und viele unserer treuen Spenderinnen und Spender, die uns über Jahrzehnte begleitet haben, konnten ihr Engagement altersbedingt nicht weiterführen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön fuer die drei Spenden aus Matzlow, Rhodos und Plattern-Augst (CH) , die uns im letzten Quartal erreicht haben!
Das bedeutet, dass wir als aktive Gemeinde heute stärker aus eigener Kraft für unser gutes, lebendiges Miteinander sorgen müssen. Unser aktueller Mitgliedsbeitrag von 5,00 Euro pro Monat bzw. 60,00 Euro im Jahr ist dabei weltweit einer der niedrigsten in Auslandsgemeinden. Wir wissen, dass viele von uns kein großes Einkommen haben – deshalb möchten wir diesen Mindestbeitrag so lang als möglich beibehalten. Gleichzeitig möchten wir diejenigen unter uns, die ein wenig mehr Spielraum haben, ermuntern, den eigenen Beitrag freiwillig zu erhöhen und einen „außerordentlichen Beitrag“ zu leisten – ganz nach den persönlichen Möglichkeiten. Jeder Beitrag hilft uns sehr. Gerne möchten wir dieses Thema bei unserer Mitgliederversammlung Ende Februar 2026 gemeinsam besprechen. Schon jetzt sagen wir von Herzen Danke für Eure Offenheit und Eure Bereitschaft, sich damit auseinanderzusetzen.
Im Namen aller Vorstandsmitglieder und unserer Pfarrerin Claudia Panhorst-Abesser wünschen wir Euch eine gesegnete Weihnachtszeit und ein behütetes Neues Jahr – mit Gesundheit, Freude, ehrlichen Begegnungen und einer Gemeinschaft, die stärkt und trägt!
Manuela Wroblewsky













