1111Evangelische Kirche
deutscher Sprache in Griechenland
ÖKUMENISCHES
BEGEGNUNGSZENTRUM RHODOS

Papalouka 27 85100 Rhodos Tel: 22410-75885

 

 

 

 

 Herbststimmung vor der Altstadt Rhodos.
Foto: Susan Dennis Angelis

In der Stille begegnet uns Gott – und die Seele findet Frieden.

 

Liebe Leserin, lieber Leser, der Psalm 121 ist ein Wallfahrtslied aus dem Psalter, dem Liederbuch des alten Israel. Pilger und Wallfahrer beten dieses Lied für sich in der Stille, wenn sie aufbrechen, – singen es, wenn sie mit anderen gemeinsam unterwegs sind. Ein altes Lied, das in neuen Kirchenliedern anklingt und das bis heute nichts von seiner Kraft verloren hat, Menschen zu ermutigen und zu trösten. Mit dem Lied kann der Pilger den Blick erheben und neu und hoffnungsfroh einer ungewissen Zukunft entgegenblicken.

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe? Meine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat. (…) Der Herr behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele. Der Herr behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!

Jeder Aufbruch, jede Reise ist eine kleine Pilgerschaft. Sie kennen wohl den alten Pilgerspruch: Der Weg ist das Ziel. Das ist eigentlich ein Wort fernöstlicher Weisheit – ein Wort des großen Gelehrten Konfuzius. Die Jesuiten haben im 16. Jahrhundert seine Spruchsammlung übersetzt – so wurde es zum Sprichwort unter den christlichen Pilgern.

Aber: Der Weg ist nicht das Ziel! – Das Ziel, das uns im Evangelium verheißen ist, ist das Reich Gottes. Das Reich Gottes, zu dem wir durch Jesus als Kinder Gottes und Erben berufen sind. Natürlich ist das Reich Gottes etwas anderes als unsere Welt – aber Jesus hat es doch verstanden, es uns in Bildern nahe zu bringen. Und Jesus hat uns auch dazu ermutigt, dass wir auf unserer Lebensreise die Spuren des Reiches Gottes mitten unter uns entdecken. „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ – das ist mehr als unsere tägliche Sorge um Leib und Leben – ja, unser Leben ist im Reich Gottes geborgen, in Ewigkeit.

Christlich gedeutet stimmt dann wieder die fernöstliche Weisheit eines Konfuzius – ja, schon auf dem Weg ereignet sich, was uns am Ziel versprochen ist. Das Ziel vor Augen, leuchtet es auf dem Weg schon auf, oder vielmehr: gut, wenn das Ziel uns auf dem Weg gegenwärtig ist. So können wir uns anvertrauen.

Gesegnete Herbstwochen und die Erfahrung von Gottes Nähe wünscht

Euch Euer Andreas Maurer

 

 

 

Liebe Gemeinde auf Rhodos,

in den kommenden 10 Monaten darf ich im Auftrag der EKD als Pfarrer im Ruhestand Ihre Gemeinde begleiten. Ich freue mich sehr auf diesen Dienst und auf alle Begegnungen.

Ich bin 68 Jahre alt und seit Oktober 2023 im Ruhestand. Meine drei erwachsenen Kinder und zwei Enkel leben im Raum Stuttgart und in Berlin.

Seit 2002 war ich Pfarrer an der Versöhnungs- und Hoffeldgemeinde in Stuttgart-Degerloch, davor acht Jahre in einer großen Landgemeinde in Hohenlohe und nach dem Vikariat auf der Ostalb auch Pfarrer für Religionsunterricht an einer kaufmännischen Berufsschule.

Trotz wachsender Belastungen, gesellschaftlicher Veränderungen und sinkender Kirchenbindung sehe ich die Kirche weiterhin als wichtigen Ort für Sinnsuche, Spiritualität und Gemeinschaft. Ökumene, diakonisches Handeln und eine glaubwürdige Verkündigung sind für mich zentrale Elemente kirchlicher Zukunft.

Mit herzlichen Grüßen!
Euer Andreas Maurer

 

Ein runder Tag – eine rundum gelungene Tour

Ende Mai durften wir gemeinsam einen wunderbaren Ausflug erleben. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zur antiken Ausgrabungsstätte von Kamiros. Dort führte uns Herr Dr. Jannis Volanakis mit großer Sachkenntnis und Begeisterung durch die Geschichte dieser beeindruckenden Stadt. Er erläuterte die Architektur der Antike, machte uns auf viele besondere Details aufmerksam und vermittelte uns nebenbei auch Wissenswertes über die Pflanzenwelt der Insel.

Anschließend führte uns der Weg in das malerische Dorf Kritinia. In Verbundenheit mit Kathrin Karpathakis besuchten viele von uns den beschaulichen Friedhof des Ortes. Danach genossen wir auf der Platia bei einer Erfrischung den herrlichen Blick über das Meer und die besondere Atmosphäre des Dorfes.

Zur Mittagszeit kehrten wir in Embona ein. Bei gutem Essen, lebhaften Gesprächen und fröhlichem Beisammensein stärkten wir uns für den weiteren Verlauf des Tages und genossen die Gemeinschaft miteinander.

Unsere Fahrt führte uns anschließend rund um den Profitis Ilias zur Kapelle Agios Nikolaos Foundoukli, einem kostbaren Kleinod aus dem 15. Jahrhundert. Herr Dr. Volanakis brachte uns die bewegte Geschichte dieses besonderen Ortes sowie die eindrucksvollen Wandmalereien näher. Ein ganz besonderer Moment war der Abschluss unseres Besuchs: Mit unserem vielstimmigen Gesang durften wir die außergewöhnliche Akustik der Kuppel erleben – ein Erlebnis, das vielen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Mit zahlreichen Eindrücken von der landschaftlichen Schönheit Rhodos’, spannenden Einblicken in seine Geschichte, persönlichen Begegnungen und der Freude an gelebter Gemeinschaft kehrten wir am Abend erfüllt und dankbar zurück. Schnell waren wir uns einig: Einen solchen Tag möchten wir gerne wieder einmal miteinander verbringen

 

Unser herzlicher Dank gilt Herrn Dr. Jannis Volanakis für seine wertvolle, kenntnisreiche und engagierte Begleitung. Ebenso danken wir der Agentur Travel Exchange, die uns den Bus samt Fahrer Antonis für diesen Tag großzügigerweise kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Durch diese Unterstützung wurde dieser besondere Ausflug überhaupt erst möglich.

Manuela Wroblewsky

 

Hoffnung trägt

Was ist Hoffnung? Ist sie bloßer Optimismus oder der Wunsch, dass am Ende alles gut wird? Viele Menschen verbinden mit Hoffnung die Erwartung, dass sich Schwierigkeiten auflösen und das Leben wieder leichter wird. Doch das Leben lehrt uns oft etwas anderes. Krankheiten, Abschiede, Kriege, Sorgen um die Zukunft oder persönliche Krisen lassen sich nicht einfach wegwünschen. Gerade dann stellt sich die Frage: Worauf hoffen wir eigentlich?

Der Schriftsteller und ehemalige tschechische Präsident Václav Havel hat einmal gesagt: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat – egal, wie es ausgeht.“ In diesem Satz liegt eine tiefe Wahrheit. Hoffnung bedeutet nicht, die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Sie bedeutet vielmehr, darauf zu vertrauen, dass unser Leben in Gottes Hand geborgen ist – auch wenn wir den Weg gerade nicht verstehen.

Die christliche Hoffnung ist deshalb weit mehr als positives Denken. Sie ist eine der drei göttlichen Tugenden – neben Glaube und Liebe. Während der Glaube auf Gott vertraut und die Liebe den Menschen zugewandt ist, richtet sich die Hoffnung auf Gottes Verheißungen. Sie hält daran fest, dass Gott seine Schöpfung nicht aufgibt und dass sein Ja zum Menschen stärker ist als alles, was uns entmutigt.

Die Bibel erzählt immer wieder von Menschen, die gerade in schweren Zeiten Hoffnung bewahrt haben. Abraham brach auf, ohne zu wissen, wohin der Weg führen würde. Hiob verlor nahezu alles und rang mit Gott, ohne ihn loszulassen. Die Psalmen verschweigen weder Angst noch Verzweiflung. Sie geben der Klage Raum – und finden dennoch immer wieder zu dem Vertrauen zurück: „Ich hoffe auf den Herrn.“

Auch Jesus kennt Angst, Einsamkeit und Leid. Im Garten Getsemani bittet er darum, dass der Kelch an ihm vorübergehen möge. Am Kreuz ruft er seine Verlassenheit hinaus. Und doch bleibt sein Leben getragen vom Vertrauen auf den Vater. Gerade deshalb ist Ostern der Mittelpunkt christlicher Hoffnung. Mit der Auferstehung bekennt die Kirche: Leid, Schuld und Tod haben nicht das letzte Wort. Gottes Liebe ist stärker.

Der Apostel Paulus schreibt: „In der Hoffnung sind wir gerettet“ (Röm 8,24). Diese Hoffnung ist keine Vertröstung auf ein fernes Jenseits. Sie verändert schon heute unser Leben. Wer hofft, kann den Mut finden, nach einem Streit den ersten Schritt zur Versöhnung zu gehen. Wer hofft, gibt einen Menschen nicht vorschnell auf. Wer hofft, engagiert sich für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, weil er darauf vertraut, dass Gott in dieser Welt wirkt.

Hoffnung wächst selten im Alleingang. Sie lebt auch von der Gemeinschaft. Manchmal tragen andere unseren Glauben und unsere Hoffnung mit, wenn uns selbst die Kraft fehlt. Ein tröstendes Wort, eine helfende Hand, ein gemeinsames Gebet oder das Singen vertrauter Lieder können zu Zeichen der Hoffnung werden. So wird Kirche zu einem Ort, an dem Menschen einander erinnern: Du bist nicht allein. Gott geht mit.

Vielleicht ist Hoffnung deshalb weniger ein großes Gefühl als eine tägliche Entscheidung. Sie zeigt sich in kleinen Schritten: in einem freundlichen Wort, im Vertrauen trotz offener Fragen, im Gebet, obwohl nicht alle Antworten kommen. Hoffnung sieht weiter, als das Auge im Augenblick erkennen kann.

Möge diese Hoffnung unser Herz erfüllen. Nicht weil alles leicht wird oder alle Wünsche in Erfüllung gehen. Sondern weil Gott treu ist. Er lässt uns nicht los – heute nicht und morgen nicht. Darauf dürfen wir vertrauen.

Manuela Wroblewsky

 

 

 

 

 

Haus Koroneos stellt sich vor – Zu Gast bei Kaffee + Mehr

Niemand beschäftigt sich gern mit der Frage, ob er eines Tages auf Unterstützung oder Pflege angewiesen sein wird. Und doch kann es entlastend sein, zu wissen, welche Möglichkeiten es gibt – für sich selbst oder für einen lieben Menschen. Gut informiert zu sein, bedeutet nicht, schon heute Entscheidungen treffen zu müssen. Es schenkt vielmehr die Gewissheit, dass es Wege gibt, wenn das Leben sich verändert.

Deshalb freuen wir uns sehr, Frau Tanja Nettersheim, die Leiterin des Hauses Koroneos, bei unserem Kaffee + Mehr am Mittwoch, 30. September 2026, begrüßen zu dürfen. Sie wird uns das Haus vorstellen, von ihrer Arbeit berichten und für Fragen zur Verfügung stehen.

Das Haus Koroneos, ein Alten- und Pflegeheim des Evangelischen Diakonievereins, liegt mitten im Herzen Athens. Mit 44 Plätzen auf vier Etagen ist es bewusst überschaubar geblieben. Gerade diese Größe schafft eine familiäre Atmosphäre, in der viele deutschsprachige Bewohnerinnen und Bewohner ein neues Zuhause gefunden haben.

Zum Alltag gehören nicht nur eine qualifizierte Pflege und medizinische Begleitung, sondern auch vieles, was Körper, Geist und Seele guttut: leichte Gymnastik, Physiotherapie, Gedächtnistraining, gemeinsames Singen sowie Feste und Feiern im Jahreslauf. Ein gut strukturierter Tagesablauf, Revitalisierung und Wellnessangebote helfen dabei, die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

Das Haus Koroneos begleitet Menschen mit ganz unterschiedlichen Pflegebedürfnissen – von allgemeiner Altenpflege bis hin zur spezialisierten Betreuung bei demenziellen Erkrankungen oder Parkinson. Auch moderne Konzepte zur Vorbeugung von Wundliegen oder zur Ernährung werden fachkundig umgesetzt.

Besonders wertvoll ist das Angebot der Kurzzeitpflege. Nach einer Operation oder einem Krankenhausaufenthalt kann ein vorübergehender Aufenthalt helfen, wieder zu Kräften zu kommen. Ebenso bietet er pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, einmal durchzuatmen und neue Kraft zu schöpfen – in dem guten Wissen, dass ihre Lieben in dieser Zeit bestens versorgt sind.

Es ist schön zu wissen, dass es in Griechenland eine Einrichtung gibt, in dem fachliche Kompetenz, menschliche Zuwendung und christliche Nächstenliebe Hand in Hand gehen.

Manuela Wroblewsky

 

Singwoche Rhodos · 26.10.–01.11.2026

In diesem Jahr dürfen wir erstmals einen neuen Chorleiter begrüßen: Franz Spenn. Bevor wir ihn im Oktober auf Rhodos kennenlernen, haben wir ihm drei Fragen gestellt.

Lieber Franz, 1.Was hat einen deutschen Kirchenmusiker nach Südschweden verschlagen? Und wie bist du überhaupt zur Kirchenmusik gekommen?
Meine Familie und ich wollten noch einmal etwas Neues wagen. Schweden bietet Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusikern gute Arbeitsbedingungen und eine feste Anstellung – das war für uns ein wichtiger Grund für den Umzug.

Zur Kirchenmusik bin ich eigentlich ganz selbstverständlich gekommen: Beide Eltern sind Pfarrer, Musik und Kirche gehörten von klein auf zu meinem Alltag. Nach der Schulzeit folgten die kirchenmusikalischen Ausbildungen in Halberstadt, Dresden, Herford und später ein Gesangsstudium an der Folkwang Universität in Essen.

Heute leite ich in meiner Gemeinde einen Erwachsenenchor und baue die Kinderchorarbeit auf. Besonders wichtig ist mir dabei, Menschen für das gemeinsame Singen zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie Musik Gemeinschaft und Glauben lebendig machen kann.

2. Wenn du einmal nicht an Orgel, Chöre oder Gottesdienste denkst – welche Musik hörst du privat am liebsten? Tatsächlich höre ich privat nur wenig Musik. Im Beruf bin ich den ganzen Tag von Musik umgeben und empfinde das als große Bereicherung. Früher habe ich viele verschiedene Stilrichtungen gehört, heute finde ich in der klassischen Kirchenmusik eigentlich alles, was mich musikalisch erfüllt.

3. Im Oktober leitest du unsere internationale Singwoche auf Rhodos mit Teilnehmenden aus Griechenland, Deutschland, Österreich, der Schweiz, Finnland und der Türkei. Worauf dürfen sich die Sängerinnen und Sänger freuen?

Für mich ist eine gelungene Chorwoche viel mehr als das Einstudieren schöner Musik. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam besondere Momente erleben, voneinander lernen und als Gemeinschaft zusammenwachsen. Wenn am Ende beim Singen etwas spürbar wird, das Menschen verbindet und trägt, dann ist das für mich das schönste Ergebnis – musikalisch und geistlich zugleich.

Wir freuen uns auf eine inspirierende Singwoche mit Franz Spenn und wünschen ihm schon jetzt ein herzliches Willkommen

Die Fragen stellte Manuela Wroblewsky

 

Erntedankfest: Dankbarkeit für Gottes gute Gaben

„Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm, dankt, drum dankt ihm, dankt und hofft auf ihn!“ so dichtete Matthias Claudius in seinem schönen Erntedanklied. Wenn Kirchen an diesem Tag festlich mit Obst, Gemüse, Kornähren, Sonnenblumen, Brot, Kürbissen… geschmückt werden, wird sichtbar, wie reich wir beschenkt sind. Im Mittelpunkt steht traditionell der Dank für die Ernte, aber auch der Dank für alles, was im vergangenen Jahr gelungen, gewachsen und gereift ist.

Der reich geschmückte Erntealtar zeigt die Fülle der Natur und zugleich die Früchte menschlicher Arbeit. Die volle Ähre, das Brot oder der Kürbis erinnern daran, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist. Sie entsteht durch das Zusammenspiel von Natur, menschlichem Einsatz und Gottes Segen. Das Erntedankfest macht bewusst: Was wirklich wichtig ist im Leben, das können wir Menschen nur empfangen.

Doch Ernte bedeutet mehr als Getreide, Obst und Gemüse. Auch gelingende Beziehungen in Partnerschaft und Familie, Erfolge im Beruf, Gesundheit, Kleidung, ein Zuhause und alltägliche Hilfe gehören zu den Gaben, für die Menschen dankbar sein können. Wer dankt, nimmt das Leben nicht als selbstverständlich hin. Dankbarkeit öffnet den Blick für das, was vorhanden ist, und führt weg von übermäßigem Sorgen und ängstlichem Sammeln.

Darum hat das Erntedankfest auch eine soziale Botschaft. Gottes Großzügigkeit soll Menschen anstecken und zum Teilen ermutigen. Der Blick geht über den eigenen Tellerrand hinaus: Besitz, Nahrung und Ressourcen sollen verantwortungsvoll genutzt und mit anderen geteilt werden. Schon seit dem Mittelalter gibt es den Brauch, die Gaben des Erntealtars Bedürftigen zukommen zu lassen. Auch heute werden Obst, Gemüse, Brot und andere Lebensmittel häufig an Tafeln, Obdachlosenheime oder soziale Einrichtungen gespendet.

So lädt das Erntedankfest jedes Jahr neu zum Nachdenken ein: Wofür habe ich zu danken? Was durfte bei mir wachsen und reifen? Die Antwort darauf kann sehr persönlich sein. Sicher ist aber: Wer dankbar lebt, erkennt die Fülle des Lebens, öffnet sich für Gott und wird bereit, diese Fülle mit anderen zu teilen.

Herzlich laden wir am 4. Oktober ein zu unserem Erntedankfest im Ökumenischen Zentrum, Papaloukas 27.

Mit herzlichen Grüßen!
Euer Pfr.i.R. Andreas Maurer

 

Aus dem Förderverein des Ökumenischen Begegnungszentrums

Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer unserer Gemeinde!

Vielleicht habt ihr den Begriff „Schutzkonzept“ in letzter Zeit schon einmal gehört und euch gefragt, warum eine Kirchengemeinde so etwas braucht. Die Antwort ist einfach: Unsere Kirche soll ein Ort sein, an dem sich alle Menschen sicher, geachtet und willkommen fühlen – unabhängig von Alter, Herkunft oder persönlicher Lebenssituation.

Ein Schutzkonzept hilft dabei, aufmerksam zu sein und Grenzüberschreitungen frühzeitig zu erkennen. Dabei geht es nicht nur um körperliche oder sexualisierte Gewalt. Auch seelische Verletzungen, Vernachlässigung, geistlicher Missbrauch oder unangemessenes Verhalten können Menschen belasten. Das Schutzkonzept beschreibt deshalb, wie solche Situationen eingeordnet werden und welche Schritte dann zu gehen sind. Dabei werden Vorfälle – je nach Schwere – von einer geringfügigen Grenzverletzung bis hin zu schweren, auch strafrechtlich relevanten Gewalthandlungen unterschieden. So erhalten die Verantwortlichen eine klare Orientierung für ihr weiteres Handeln.

Für unsere Kirchengemeinde hat ein Arbeitskreis ein solches Schutzkonzept erarbeitet. Es wurde vom Kirchenvorstand beschlossen und gilt seit dem 1. August 2026.

Der wichtigste Baustein eines Schutzkonzeptes sind jedoch wir alle: aufmerksam hinschauen, respektvoll miteinander umgehen und den Mut haben, Auffälligkeiten anzusprechen. So übernehmen wir gemeinsam Verantwortung füreinander und stärken das Vertrauen, das unsere Gemeinde auszeichnet.

Unser Schutzkonzept ist auf unserer Webseite ev-kirche-rhodos.com veröffentlicht und kann dort von allen Interessierten eingesehen werden. ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++ In den vergangenen drei Monaten sind uns Spenden aus Pratteln/ Schweiz,Matzlow und Krumhermersdorf/Deutschland zugeflossen. Wir danken sehr herzlich für diese Unterstützung der notwendigen Ausgaben unseres Gemeindelebens!

Manuela Wroblewsky

 

Goldener Herbst

Je älter ich werde, desto lieber mag ich den Herbst. Früher war er für mich vor allem buntes Laub, Kastanien und Apfelkuchen. Heute entdecke ich etwas anderes: seine Ruhe. Die Natur muss nichts mehr beweisen. Sie leuchtet noch einmal in den schönsten Farben, bevor sie zur Ruhe kommt.

Nicht umsonst sprechen wir vom „Herbst des Lebens“. Früher klang dieser Ausdruck für mich melancholisch. Heute verbinde ich ihn eher mit Reife. Wer viele Jahre gelebt hat, trägt einen Schatz in sich: Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten. Aus Erfolgen und Fehlern sind Erkenntnisse gewachsen, aus Begegnungen Freundschaften und aus mancher schweren Zeit neues Vertrauen.

Natürlich bringt das Älterwerden auch Herausforderungen mit sich. Die Kräfte verändern sich, manches fällt schwerer, und manchmal müssen wir Abschied nehmen. Doch gerade dann wird oft deutlicher, was wirklich zählt: Zeit füreinander, ein gutes Gespräch, ein Lächeln, ein Besuch oder die Gewissheit, nicht allein zu sein.

Mich berührt dabei ein Vers aus dem Buch Jesaja: „Bis in euer Alter bin ich derselbe, und bis ihr grau werdet, will ich euch tragen.“ (Jesaja 46,4) Diese Zusage macht Mut. Gott begleitet uns nicht nur in den stürmischen Zeiten des Lebens, sondern auch dann, wenn die Schritte langsamer werden.

Vielleicht ist der Herbst deshalb so schön. Er erinnert uns daran, dass wahre Schönheit nicht nur im Anfang liegt, sondern auch in der Reife. Und dass jedes Leben – in jedem Alter – seinen ganz eigenen goldenen Glanz haben kann.

Manuela Wroblewsky