Kirche Aktuell

Der deutsche Botschafter gibt sich die Ehre

Mitte Februar hatte unsere Gemeinde die Ehre, den deutschen Botschafter Dr. Ernst Reichel zu empfangen. Dieser zweite Besuch eines deutschen Botschafters im Ökumenischen Zentrum innerhalb 16 Monaten war begründet durch einen Wechsel im Amt.
Nach der herzlichen Begrüßung auch des hiesigen Honorarkonsuls und den Ehefrauen beider Diplomaten durch Pfarrer Karl Asbrock, der auch mit launigen Worten den Abend moderierte, bat er die Vorsitzende des Fördervereins, Sabine Kritikou, um einige Worte zur Entstehung und zur aktuellen Situation des Ökumenischen Zentrums.
Danach berichtete Rose Pakakis über den „Verein zur Förderung des Kinderheimes Agios Andreas”, den sie 2013 im Andenken an ihren verstorbenen Mann gegründet hat. Der Verein unterstützt z. Zt. acht deutsche Jugendliche, die auf Rhodos für 11 Monate ihr freiwilliges soziales Jahr ableisten und dabei teils im Waisenhaus und teils im Altersheim im Kolymbia eingesetzt sind. Dieser Freiwilligeneinsatz findet bereits in der vierten Generation statt.
Schließlich stellte die Vorsitzende des ELGESEM, Maria Panidou, ihre Einrichtung vor. Das ELGESEM ist vor 40 Jahren aus dem deutsch-griechischen Kulturverein hervorgegangen und gilt nun als „deutsche Schule“. Der Verein hilft, den auf Rhodos lebenden Kindern deutschsprachiger Eltern neben der Muttersprache auch die deutsche Kultur zu vermitteln, so werden z. B. typisch deutsche Sitten wie der Martinsumzug und das Ostereiersuchen praktiziert. In der deutschen Schule werden Kinder ab 4 Jahren unterrichtet und die meisten von ihnen erwerben Abschlussdiplome mit denen sie in deutschsprachigen Ländern studieren können.

Zum Schluss dann übertrug Pfarrer Asbrock dem Botschafter das Wort.  Dr. Reichel berichtete von seinem beruflichen Werdegang, der nach dem Jurastudium mit einer kurzen Tätigkeit als Anwalt und dem Wechsel ins Auswärtige Amt begann. Es folgten Stationen in Leningrad,  St. Petersburg,  Bonn, Berlin, bei  der UN in New York und  bei der NATO in Brüssel, dann wieder als Botschafter im Kosovo, in der Ukraine und seit August 2019 in Athen.

Der Botschafter war beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Deutschen hier auf Rhodos und nannte dies – soweit er es beurteilen könne – einzigartig für Griechenland.
Sein Diplomatenleben bestehe vorwiegend darin “Botschaften” der deutschen Regierung den griechischen Politikern zu übermitteln. Derzeit vorrangige Themen sind die Migration, das Verhältnis zur Türkei und die Folgen der Wirtschaftskrise.
Zur Botschaft gehört ein Team von 70 Mitarbeitern sowie das Generalkonsulat in Thessaloniki und zahlreiche Honorarkonsulate auf den Inseln. Hier geht es vor allem um die Betreuung deutscher Staatsangehöriger u.a. bei Passverlust, Rückführung bei Krankheit oder Sozialhilfeangelegenheiten. Nach dem offiziellen Teil gab es reichlich Gelegenheit zu interessanten Gesprächen bei einem Glas Wein und Salzgebäck.

Jesus-Latschen 2.0

Die klassischen “Jesus-Latschen”, also die schlichten braunen Ledersandalen, die ein Leben lang halten und so aussehen, als seien sie mindestens genauso lang getragen worden – die haben nun ausgedient! So dachte zumindest das New Yorker Label “MSCHF” und verpasste dem Messias-Schuhwerk gleich ein komplett neues Image.

Wenn schon, denn schon. Ihre neu designten “Jesus-Shoes” sind umgebaute Nike-Air-Turnschuhe. Und im Gegensatz zu den alten Jesus-Latschen kann man mit den neuen , mit den “Jesus Shohes” 2.0 – wie der Messias – auf Wasser laufen.

Und das ist gar nicht schwierig, denn die Sohlen sind tatsächlich mit Weihwasser aus dem Jordan gefüllt. So wandelt man stets auf dem Wasser. Dazu sind die Schnürsenkel mit einem Kruzifix versehen und die Lasche ist mit einem Blutstropfen verziert.

Diese Aktion der Firma “MSCHF” ist nicht wirklich eine religiöse. “MSCHF” macht sich über großen Marken lustig, die in sogenannten “Collaborations” zusammenarbeiten. Die Jesus-Shoes-Designer überspitzen deren Marktstrategie: Wie würde wohl eine Collaboration mit Jesus Christus aussehen? Lukrativ war die Aktion auf jeden Fall, denn der Preis für die inzwischen ausverkauften umgestalteten Jesus-Schuhe lag bei 2.700,- Euro! Für die nächste Produktionseinheit werden noch Vorbestellungen entgegengenommen.

Deutschsprachige evangelische Gemeinden in Griechenland verbessern ihre Zusammenarbeit

Im Mai 2016 fand ein Treffen aller deutschsprachigen evangelischen Gemeinden in Griechenland in Thessaloniki statt. Delegierte aller bislang existierenden Gemeinden waren anwesend, also aus Athen, Thessaloniki, Kreta und Rhodos. Anlass war das neue Religionsgesetz des griechischen Staates, das von einzelnen Gemeinden verschieden interpretiert wird, und der Wunsch, die konkrete Zusammenarbeit unter den Gemeinden zu verbessern.
Nach längerer Diskussion aller anstehenden Einzelfragen haben wir uns auf folgendes vorläufiges Konzept geeinigt: Die Gemeinden arbeiten als Konferenz deutschsprachiger evangelischer Gemeinden zusammen. Diese Konferenz trifft sich einmal jährlich an wechselnden Orten. Die Leitung, Vorbereitung und Protokollierung der Konferenz liegt bei der einladenden Gemeinde.
Die Konferenz beinhaltet
– einen geistlich-theologischen Schwerpunkt, der auch als Fortbildung dienen kann;
– die Beratung und Entschlussfassung in Problemlagen, die einzelne Gemeinden oder alle bewegen
(Berichte über die laufende Arbeit der Gemeinden auf dieser Konferenz sind nicht notwendig, da sich alle Gemeinden auch jetzt schon gegenseitig über ihre Gemeindebriefe informieren und sich zunehmend per Link vernetzen)
– die Vorbereitung gemeinsamer Aufgaben und Anliegen (Vertretung auf dem Kirchentag, Reisen, Öffentlichkeitsarbeit…)
Zur Konferenz entsendet jede Gemeinde mindestens zwei Vertreter.
Bei Entschlussfassungen, die für die Zukunft der Gemeinden in Griechenland oder für den Fortbestand der Konferenz von Bedeutung sind, gilt das Konsensprinzip, bei anderen die einfache Mehrheit, wobei jede Gemeinde zwei Stimmen hat.
Die Entschlussfassungen der Konferenz werden in den Vorstand der Heimatgemeinde getragen, dort ebenfalls beraten und per Konsens oder einfacher Mehrheit angenommen, in Fällen die die Ortsgemeinde insgesamt betreffen, entscheidet die Gemeindeversammlung.
Jede Gemeinde bleibt damit souverän.
Einen ersten Konsens gab es bei diesem Treffen, weil alle Gemeinden mit mindestens zwei Delegierten vertreten waren und diese Ordnung für unsere künftige gemeinsame Konferenz deutschsprachiger evangelischer Gemeinden in Griechenland als Entschlussfassung angenommen haben.
Diese Entschlussfassung muss nun durch die Vollversammlungen der Einzelgemeinden angenommen und damit gleichsam ratifiziert werden. Dieser Prozess soll bis April 2017 abgeschlossen sein. Dr. Bernd Busch

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