Auslandspfarrkonferenz in Wittenberg – Drei Fragen an Auslandsbischof Schindehütte

Frankfurt a.M./Wittenberg (epd). Rund 100 Pfarrer aus den Auslandsgemeinden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) nehmen ab Dienstag in Wittenberg an einer Auslandspfarrkonferenz teil. Derzeit gebe es 139 evangelische Pfarrer, die in Auslandsgemeinden tätig sind, sagte EKD-Auslandsbischof Martin Schindehütte dem Evangelischen Pressedienst (epd). Seit der ersten Weltkonferenz 2008 sind seinen Angaben zufolge neue Stellen in Shanghai, Dubai und am Roten Meer entstanden. Schwerpunktthema des Treffens ist das Reformationsjubiläum. Schindehütte sagte, dass die Auslandspfarrer im Hinblick auf das Jubiläumsjahr 2017 “örtliche Botschafter der Reformation” seien.

epd: In dieser Woche treffen sich in Wittenberg Pfarrer aus den deutschen Auslandsgemeinden. Wie viele Posten in deutschsprachigen Gemeinden gibt es aktuell?
Martin Schindehütte: Derzeit gibt es 139 evangelische Pfarrer, die in Auslandsgemeinden tätig sind. Bei einem Frauenanteil von 20 bis 25 Prozent ist die Auslandsarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland keine Männerdomäne mehr. Seit der ersten Weltkonferenz vor vier Jahren in Berlin sind drei neue Stellen entstanden.
An erster Stelle sei Shanghai genannt. China ist das Boomland schlechthin – mit einer wachsenden Zahl von Deutschen, die dort arbeiten und leben. Die deutschsprachige Gemeinde, die bald 400 Mitglieder zählt, blüht und gedeiht. Träger der Gemeinde in Shanghai ist ein Verein evangelischer und katholischer Christen. Auch in Dubai gibt es jetzt eine deutschsprachige Gemeinde – in einem vergleichsweise milden islamischen Umfeld. Im Aufbau ist zudem eine Gemeinde am Roten Meer, ein beliebtes Urlaubsziel deutscher Touristen.

epd: Zuletzt wurde die Stelle des Propstes in Jerusalem neu besetzt. Gibt es angesichts des Engpasses beim Pfarrernachwuchs in einigen Landeskirchen genügend geeignete Bewerber für Auslandsposten?
Martin Schindehütte: Bei der Besetzung von Auslandspfarrstellen erleben wir wie die Landeskirchen, dass die Neigung zum Stellenwechsel und die Bereitschaft zur Mobilität etwas nachgelassen hat. Bis jetzt konnten wir jedoch jede Stelle ohne Probleme und ohne Kompromisse bei den Eignungsanforderungen besetzen. Unvermindert groß ist die Nachfrage, wenn es um die Besetzung lukrativer Stellen wie Rom, Paris oder Washington geht.

epd: Das Reformationsjubiläum 2017 rückt näher. Was erwarten Sie dazu von den Auslandspfarrern? Sollen sie als örtliche “Luther-Botschafter” wirken?
Martin Schindehütte: Wir hoffen, dass wir von den Auslandspfarrern erfahren, wie das Reformationsjubiläum bei den ökumenischen Partnern der deutschsprachigen Gemeinden wahrgenommen wird. Für uns ist es spannend zu hören, was etwa in Südkorea oder Südafrika im Hinblick auf den 500. Jahrestag der Reformation vorbereitet wird. Zugleich werden wir die Auslandspfarrer darüber informieren, welche Planungen es in Deutschland für das Reformationsjubiläum gibt, welche Themen in der Lutherdekade anstehen. So gesehen sind die Auslandspfarrer für uns örtliche Botschafter der Reformation.

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